Studienreise ins Heilige Land
Pressebericht und Nachlese über die 30. Studienreise des Schwimmvereins Gronau ins Heilige Land einschließlich Jordanien und Sinai in Ägypten für 16 Tage von Samstag, 12. März bis Sonntag, 27. März 2011
Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Schwimmvereins Gronau bot der Verein seinen Mitgliedern und allen Freunden des Vereins eine besondere Reise an: Eine Studienreise ins Heilige Land einschließlich Abstecher in Jordanien und auf den Sinai in Ägypten. Diese Reise wurde bewusst nicht als Pilgerreise konzipiert sondern als Reise um Land und Leute kennen zu lernen, wobei Überschneidungen mit dem Glauben nicht zu vermeiden und auch gewünscht waren. Vor wenigen Tagen kam die Gruppe mit vielen neuen Eindrücken zurück und dazu erreicht uns ein Bericht von Wilhelm ten Brink, der die Gruppe als Leiter begleitete.
Auf dem Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv wurde die Gruppe vom Guide Uri Katz empfangen, der für den Aufenthalt in Israel die „gute Seele“ der Gruppe wurde. Auf der A 6 ging die Fahrt zunächst Richtung Norden zum Pilgerhaus Tabgha am See Genezareth.
Israel ist hier im Norden sehr schmal: Links von der A 6 sind es bis zum Mittelmeer nur 15 km und rechts zur jordanischen Grenze nur 35 km. Von Tabgha aus wurden Tagesausflüge auf die Golan-Höhen unternommen, wir fuhren dicht an der Libanon- und Syrien-Grenze entlang und hatten einen tollen Blick auf den schneebedeckten Berg Hermon. Weitere Ausfüge gingen in die Kreuzfahrerstadt Akko, nach Nazareth, nach Banias zu einem der drei Quellflüsse des Jordan und nach Safed, wo Uri uns in zwei Synagogen mit dem Judentum vertraut machte. Abgerundet wurde der Aufenthalt hier mit einem Bootsausflug auf dem See Genezareth und dem Verzehr des „Petrus-Fisches“.
Am 5. Tag der Reise ging es über den Grenzübergang Bet Shean nach Jordanien. Hier besichtigten wir zunächst die Ausgrabungen von Jerash, der griechisch-römischen Dekapolisstadt Gerasa. Weiter ging es nach Amman mit Besuch der Zitadelle und einem schönen Ausblick auf die Hauptstadt Jordaniens. Am nächsten Tag war der erste Ausflug auf den Berg Nebo, von dem aus Moses das Gelobte Land schauen durfte. Es folgten Madaba mit Besichtigung der griechisch-orthodoxen St. Georg-Kirche, in der sich als Mosaik die älteste Kartendarstellung des Heiligen Landes befindet und die Kreuzfahrerfestung Kerak, bevor wir abends unser Hotel in Petra erreichten. Die Felsenstadt Petra ist zweifelsohne eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten im gesamten vorderen Orient. Einen ganzen Tag verbrachten wir in dieser Felsenstadt – und doch war die Zeit viel zu kurz für all das was zu sehen war.
Am nächsten Tag gings mit Jeeps und wer wollte mit Kamelen in die Wüste des Wadi Rum, bekannt geworden durch den englischen Freiheitskämpfer Lawrence von Arabien. Abends erreichten wir dann den nördlichen Zipfel des Roten Meeres. Hier in der Spitze des Meeres treffen die Hafenstädte von drei Ländern auf dichtem Raum zusammen: Aqaba für Jordanien, Eilat für Israel und Taba für Ägypten. Ein unvergessliches Erlebnis war das Unterwasserobservatorium in Eilat. Danach folgte wieder ein Grenzübergang in Taba nach Ägypten auf den Sinai. Am nächsten Tag hieß es bereits um 01.00 Uhr in der Nacht Wecken mit anschließendem Aufstieg auf den 2.288 m hohen Mosesberg, der Berg auf dem Moses die 10 Gebote in Empfang genommen haben soll. Es folgte eine Besichtigung des Katharienenklosters und der Kapelle des „Brennenden Dornbusches“am Fuße des Berges. Im Hotel des ägyptischen Badeortes Nuweiba konnten wir uns von diesen Strapazen erholen und wer wollte nahm ein Bad im Roten Meer. Über Taba ging es wieder zurück nach Israel und durch die Arava-Wüste zur Festung Massada. König Herodes der Große hatte sich hier auf einem Felsplateau eine Sommerresidenz bauen lassen wobei viele Sklaven ihr Leben lassen mussten. Die Festung erhielt einen traurigen Ruf, weil 975 Juden (Männer, Frauen, Kinder) freiwillig in den Tod gingen, um nicht in die Hände der Römer zu fallen.
Reiseleiter Uri bot uns dann einen Leckerbissen: Mittagspause im Hotel Lot am Toten Meer mit Baden im salzigen Wasser einschließlich Badetuch, Duschen und Liegen. Nach einem Abstecher in Qumran, dem Fundort der Schriftrollen der Essener, wurde Jerusalem erreicht. Jerusalem ist Heiligtum dreier wichtiger Weltreligionen: die Klagemauer mit Synagoge für die Juden, der Felsendom mit der Al-Aqsa-Moschee für den Islam und die Grabeskirche für vielen christlichen Gemeinschaften. Reiseleiter Uri zeigte uns in den kommenden Tagen alle Sehenswürdigkeiten in Jerusalem einschließlich einem Gang über die Via Dolorosa und der „Vater-unser-Kirche“. Ein trauriger Höhepunkt war der Besuch der Gedenkstätte „Yad Vashem“, wo an die millionenfache Verfolgung und Vernichtung der Juden im Dritten Reich erinnert wird.
Bei einem Abstecher in Bethlehem wurde die schwierige Situation im Nahen Osten deutlich: Bethlehem ist Palästinenser-Gebiet, die Stadt ist von einer 8-Meter hohen Mauer umgeben, rein kommt man leicht, raus nur nach strenger Kontrolle durch die Israelis, die über 2 Stunden gedauert hat. Auf dem Rückweg zum Flughafen wurden noch die Chagall-Fenster in der Krankenhaussynagoge der Hadassah-Klinik besichtigt. Fazit dieser Reise: Das Heilige Land ist ein wunderschönes Land, besonders da, wo Wasser ist bzw. Wasser hingeschafft wird aber auch die Wüsten haben ihren Reiz.
Die Bilder zeigen die Gruppe am Eingang des Siq auf dem Weg in die Felsenstadt Petra und auf den Stufen des Felsendoms in Jerusalem.
gez. Wilhelm ten Brink









